Freiwilligenarbeit in Ecuador

Schrumpfköpfe – eine gruselige Trophäe

 

Erinnerst du dich an die Schrumpfköpfe im dritten Harry Potter Film oder im Film Die Mumie kehrt zurück? Es waren kleine dunkle Köpfe mit zugenähten Mündern und Augen und einem Büschel langer Haare.

Die „Tsantsa“, wie die indigenen Völker Südamerikas die Schrumpfköpfe nennen, waren bis ins 19. Jahrhundert ein beliebtes Mitbringsel von Reisenden und Seeleuten, die aus Südamerika zurückkehrten. Im alten Ecuador und Peru gab es indigene Stämme, die nachweislich IMG_2216Schrumpfköpfe zu rituellen Zwecken hergestellt haben. Wurde ein Feind besiegt, trennten die Krieger dessen Kopf ab und ein langwieriges und kompliziertes Ritual begann, bei dem der Schädelknochen von der Haut abgelöst wurde und alle Öffnungen der übrig gebliebenen Kopfhaut vernäht wurden, um den rachsüchtigen Geist des getöteten Feindes einzusperren. Durch die Behandlung mit Kräuterwasser, heißem Sand und Steinen wurde der Kopf gegerbt und geschrumpft. Manche wurden daraufhin kunstvoll dekoriert und mit schwarzer Farbe bestrichen und die Krieger glaubten auf diese Weise die Lebenskraft des Feindes auf sich zu übertragen. Die Tsantsas wurden auch zu anderen Ritualen gebraucht, um Glück, Gesundheit und Fruchtbarkeit zu unterstützen.

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Mit der erhöhten Nachfrage durch Museen und Sammler im 19. Jahrhundert entstand eine regelrechte Kopfgeldjagd in diesen Gebieten, um mehr Schrumpfköpfe zu produzieren. Nach einem Verbot durch die peruanische und ecuadorianische Regierung ging man dazu über alternative Lederquellen zu nutzen, sodass man heute Tsantsas aus Faultier- und Affenköpfen und Ziegenleder finden kann.

Natürlich muss man heute keine Angst mehr haben, den ecuadorianischen Dschungel zu betreten und selbst als Schrumpfkopf zu enden. Man kann aber diesen faszinierenden und gruseligen Teil der ecuadorianischen Kultur im Museum beobachten, z.B. im Intiñan Museum bei Quito, wo du auch die Mitte der Welt besuchen kannst.

Wenn du mit uns ein Freiwilligenprojekt oder Sprachkurs in Ecuador buchst, kannst du der Landeskultur ganz nah kommen und die Einheimischen selbst nach Geschichten von Dschungelvölkern fragen. Wenn du möchtest, kannst du dich auch selbst in den Dschungel begeben und bei einem unserer Tierschutzprojekte oder Naturschutzprojekte den Lebensraum der einheimischen Völker erkunden.

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